Direkte Beprobungsmethoden

Eine Standardbeprobungstechnik von Mikrobiologen ohne restauratorische Grundkentnisse ist das direkte "Abklatschen" mit Nährböden verschiedener Art und Zusammensetzung von derOberfläche.

Aus restauratorischer Sicht sollten kein Närboden oder andere befeuchtende Stäbchen o.ä. in direkten Kontakt mit der Objektoberfläche treten.
Hier ist die Gefahr zu groß, dass Nährbodenreste auf der Oberfläche zurückbleiben und das Objekt unkontrolliert befeuchtet wird. Aus diesem Grund wird ebenso von einer Beprobung mit sterilen, aber feuchten Papierstreifen, Wattestäbchen o.ä. abgeraten.

Alle befeuchtenden Methoden sollten grundsätzlich kritisch betrachtet werden, auch bei restauratorischen Eingriffen. Auch wenn Pilzwachstum erst nach länger andauernder Feuchtigkeitserhöhung von mehreren Stunden eintritt, ein hydrophiles Objekt gibt die schnell aufgenommene Feuchtigkeit nur langsam wieder ab und so besteht eine latente Gefahr der Aktivierung von Schimmelpilzen.

Eine Alternative sind hier eindeutig die noninvasiven Beprobungstechniken.

Hydrophobe Oberflächen hingegen können ohne weiteres mit sterilen Wattstäbchen o.ä. beprobt werden. Aber auch hier sollte beachtet werden, dass ein direktes Aufdrücken von Nährböden (Rodacplatten oder Fertignährböden) Reste derselben als neue Nahrungsgrundlage für Schimmelpilze und andere Mikroorganismen hinterlassen können und die Oberflächen ggf. nachgereinigt werden sollte.