Luftkeimmessungen

Die häufigste Beprobung zur Erfassung und Beurteilung der Raumsituation ist die Luftkeimmessung. Die einfache Luftkeimmessung lässt ohne eine Artendifferenzierung und eine Verhältnissetzung der einzelnen Arten zueinander keine Angaben über die Gesundheitsgefährdung zu und sollte immer stattfinden und im Verhältnis zur Außenluft betrachtet und ausgewertet werden. Zum Einsatz kommen Luftkeimmessungen u.a. zur Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung, die nach geltendem EU-Recht seit 1999 zur Anwendung kommen sollte.

Sie kann aktiv durch Ansaugen einer definierten Luftmenge mittels eines Luftkeimmessgeräts (Impaktion, Impingement, Filtration) oder passiv durch die einfache Sedimentation (häufig als Schimmelschnelltest bezeichnet) erfolgen.

Luftkeimsammlung durch Impaktion (direktes Aufimpfen auf einen Nährboden)

Vorteile

  • leichte und kleine Sporen werden angesaugt
  • jede vermehrungsfähige Einheit wächst zu einer sichtbaren Kolonie
  • Pilzartenanalyse zur Einschätzung des Gesundheitsrisikos einfach und schnell möglich
  • bei erhöhter Luftfeuchtigkeit durchführbar
  • leichte und mit Akku betriebene Geräte
  • Definierte quantitative Aussage in Bezug auf Keimbelastung möglich (KBE/m³) – wichtig zur Erfolgskontrolle nach Sanierungsmaßnahmen oder zur Gefährdungsbeurteilung bspw. bei Restaurierungsmaßnahmen
  • Kultivierung bei 37°C weist schnell thermotolerante Arten nach

Nachteile

  • Momentaufnahme der Raumluft
  • nicht keimfähige Sporen, von denen weiterhin allergenes und toxisches Potential ausgeht, werden nicht nachgewiesen
  • einige Schimmelpilzarten lassen sich in der Luft sehr schwer nachweisen
  • Mehrfachmessungen notwendig (Nährmedium, Bebrütungstemperatur, Innen- und Außenluft …)
  • Schimmelpilzkonglomerate werden als eine koloniebildende Einheit nachgewiesen
  • die Konzentrationen von mineralischen oder organischen Bestandteilen sowie Bakterien können nicht erfasst werden
  • die Probennahme ist mit einer hohen Streuung und mit einem großen Unsicherheitsfaktor behaftet (eine Einschätzung der Situation nach Mehrfachmessungen ist aber möglich)

Kosten

Die Kosten für Luftkeimmessungen hängen von der Anzahl der Messungen und einem notwendigen Einsatz von Fachpersonal vor Ort ab. Grundsätzlich können auch geschulte Laien mit einem einfachen Impaktor Beprobungen durchführen. Bei fehlerhafter Handhabung ist das Risiko von Kontaminationen und somit Ergebnisverfälschung allerdings sehr hoch.